Der Bluterguss - nicht immer ganz harmlos

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Blutergüsse, auch Hämatome genannt, entstehen meist durch äußere Gewalteinwendung, etwa durch einen Stoß, einen Sturz oder einen Schlag. Wenige Stunden später erscheint ein dicker blauer Fleck. Liegt dieser am Auge, so wird von einem Veilchen gesprochen.

Auch Schnitte, Quetschungen, Knochenbrüche oder Stiche können Blutergüsse verursachen. Durch die äußere Einwirkung wird ein Blutgefäß im Gewebe verletzt und Blut tritt in das Unterhautgewebe aus.

Besonders anfällig für Blutergüsse sind Personen, die an der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden. Bei ihnen ist die Blutgerinnung gestört, und bereits durch kleinste Auslöser kann es zu großflächigen Blutergüssen kommen.

Auch mit zunehmendem Alter treten häufiger Blutergüsse auf, da die Gefäßwände dünner werden und schneller reißen können. Hinzu kommt, dass im Alter auch die Haut dünner wird und die Gefäße somit schlechter vor Verletzungen geschützt sind.

Je nach Schweregrad können Blutergüsse unterschiedlich stark schmerzen. Die Schmerzen werden dadurch ausgelöst, dass das verletzte Gewebe und seine direkte Umgebung anschwellen und auf benachbarte Sehnen, Muskeln oder auf die Schmerzrezeptoren der Knochenhaut drücken.

Durch Prellungen, wie sie zum Beispiel beim Sport entstehen können, kann sich ein Bluterguss auch auf ein Gelenk ausdehnen. In diesem Fall wird das Gelenk unbeweglich und schmerzt.

Die Ausprägung eines Blutergusses ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Das liegt daran, dass die Gewebestruktur, aber auch Fließ- und Gerinnungseigenschaften des Blutes individuell verschieden sind.

Dann ist es nicht harmlos

Ein Bluterguss, der ohne erkennbare Ursache entstanden ist, sollte unter genaue Beobachtung gestellt werden. Wenn sich in den nächsten Tagen oder Wochen zeigt, dass vermehrt Blutergüsse auftreten, deutet dies auf eine ernsthafte Erkrankung hin.

Spontane Blutergüsse können z.B. ein Anzeichen für verschiedene Arten von Krebs sein. Wer medikamentös behandelt wird, sollte den Beipackzettel genau durchlesen, denn eine bekannte Nebenwirkung vieler Medikamente ist, dass sie das Blut verdünnen und somit leichter zu Blutergüssen führen können. In jedem Fall lohnt sich ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt.

Hämatome, die sehr groß sind und sich schnell ausbreiten, müssen schnellstmöglich im Krankenhaus behandelt werden, da solche Verletzungen zu lebensbedrohlichen Schockzuständen führen können. Sehr große Hämatome in unmittelbarer Nähe eines Gelenks werden in manchen Fällen operiert. Das geronnene Blut wird dabei entfernt. Nach Abheilen des Hämatoms dürfen keine Beschwerden oder Schmerzen zurückbleiben.

Einen Bluterguss loswerden

Wenn die kleinen Kapillargefäße aufplatzen und das Blut austritt, ist die Hautverfärbung ganz zu Beginn ein tiefes Rot, hervorgehoben von dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Aus diesem roten Fleck entsteht aber schnell der typische blaue Fleck, da das ausgetretene Blut nun gerinnt. Nach einiger Zeit verfärbt sich der blaue Fleck in einen braun-schwarzen Fleck. Daran ist zu sehen, dass der Abbauprozess des geronnenen Blutes einsetzt.

Durch weitere Umbauprozesse von Enzymen erscheint der ehemals blaue Fleck erst dunkelgrün, später dann gelblich, bevor er ganz verschwindet. Dieser Ablauf mit den unterschiedlichen Hautverfärbungen dauert in der Regel etwa zwei bis drei Wochen und hinterlässt normalerweise keinerlei Nachwirkungen.

Der natürliche Abbauprozess des Blutergusses kann jedoch beschleunigt werden. Durch Kühlung wird eine Schwellung reduziert und eine Ausbreitung des Blutergusses verhindert. Dazu kann ein Plastikbeutel mit zerstoßenem Eis benutzt werden. Dieser wird jede Stunde für etwa 15 Minuten auf den verletzten Bereich gelegt.

In der Not tut es auch eine Tüte mit gefrorenem Gemüse, wie z.B. Mais oder Erbsen. Den Beutel erst in ein Handtuch wickeln, bevor er auf den Bluterguss gelegt wird, um Erfrierungen zu vermeiden.

Eine weitere wichtige Regel lautet, dass der verletzte Bereich hochgelagert werden soll, so dass sich kein zusätzliches Blut anstaut: Wer einen Bluterguss am Bein hat, kann sich auf ein Sofa legen und dabei den Fuß mit Hilfe einiger untergeschobener Kissen hochlegen. Ist ein Arm verletzt, wird dieser auf eine Armlehne gelegt. Muskelarbeit erhöht den Blutfluss in den betroffenen Bereich Daher ist nach einem Bluterguss Ruhe angesagt.

Bei starken Schmerzen kann ohne weiteres ein Schmerzmittel eingenommen werden. Es sollte aber keine Acetylsalicylsäure enthalten, da diese als Blutverdünner wirkt und daher den Bluterguss verschlimmern kann.

Unterstützt werden können diese Methoden durch weitere Hausmittel:

  • den Bluterguss und das umliegende Gewebe vorsichtig – mehrfach am Tag - massieren.
  • den Bluterguss mit Essig einreiben. Essig erhöht die Durchblutung der Haut und kann dabei helfen, dass sich das angesammelte Blut im Bereich des Blutergusses auflöst. Dies hilft aber nur, wenn der Bluterguss noch nicht geronnen ist.
  • den betroffenen Bereich mit Arnikasalbe eincremen. Arnika enthält einen Wirkstoffkomplex, der Entzündungen und Schwellungen vermindert. Die Salbe sollte ein- bis zweimal täglich aufgetragen werden.

Enzympräparate aus der Apotheke helfen beim Abbau von Proteinen, die nach einer Verletzung Flüssigkeiten im Gewebe festhalten.